
Vor ein paar Wochen hatte ich das Glück, die Cotswolds zu entdecken, und ich habe sofort verstanden, warum sie zu einem der angesagtesten Reiseziele geworden sind. Ich möchte mit euch einen kleinen Guide mit einigen der Dörfer, Restaurants und Aktivitäten teilen, die mir während der Reise am besten gefallen haben.
Erster Tag
Bourton-on-the-Water, das kleine Venedig der Cotswolds.
Die Route durch die Cotswolds beginnt in einem ihrer schönsten (und fotogensten) Dörfer: Bourton-on-the-Water. Nicht ohne Grund wird es das kleine englische Venedig genannt. Der Fluss durchquert das Dorf und bildet kleine Kanäle, die von mehreren niedrigen Steinbrücken überspannt werden – eine wahrhaft idyllische Kulisse.
Hier hat alles diesen typischen Charme der Region: honigfarbene Steinhäuser, perfekt gepflegt und mit einer sehr harmonischen Ästhetik, die dazu einlädt, einfach ohne Ziel durch die Straßen zu schlendern – und genau das ist hier buchstäblich der beste Plan.

Das Cotswold Motoring Museum war ein perfekter Plan für einen Ausflug mit Kindern (mein Sohn war begeistert). Alte Autos, kuriose Details und dieser nostalgische Charme, der einen sofort in seinen Bann zieht.

Und natürlich darf man es sich nicht entgehen lassen, in einem authentischen Lokal im Dorf ein gutes Fish and Chips zu essen – ganz ohne große Ansprüche, aber mit jede Menge Charme.
Besonders lustig fanden wir es, als eine Entenfamilie die Straße überquerte und der gesamte Verkehr anhalten musste, damit sie ganz gemütlich gemeinsam von einer Seite zur anderen laufen konnte.

Ein perfektes erstes Dorf, um zu verstehen, warum diese Gegend etwas ganz Besonderes hat.
Nachdem wir einige Dörfer erkundet hatten, machten wir Halt bei Daylesford Organic Farm – ein Besuch (und Aufenthalt), den man sich nicht entgehen lassen sollte, und ohne Zweifel eines der Highlights der Reise.

Es ist viel mehr als nur eine Farm: Alles ist unglaublich liebevoll gestaltet, mit einem klaren Konzept rund um Produkte, Nachhaltigkeit und ländlichen Lebensstil – aber auf einem ganz besonderen Niveau. Es gibt mehrere kleine Cottages, in denen man übernachten kann (wir haben in einem davon geschlafen), und das Erlebnis ist absolut typisch Cotswolds: Ruhe, makellose Ästhetik und dieses gemütliche Gefühl, das man am liebsten verlängern möchte.
Außerdem gibt es mehrere Restaurants und Essensbereiche, die sich wirklich lohnen:
Wir haben mittags direkt auf der Farm gegessen, in einer traumhaften Umgebung, mit super frischen Produkten und einer einfachen, aber sehr gut umgesetzten Küche. Einer dieser Orte, an denen einfach alles Lust auf mehr macht.

Am Abend sind wir dann zum Dinner ins The Wild Rabbit gegangen, das ganz in der Nähe liegt. Ein Ort voller Charme, mit einer etwas ausgefeilteren Küche, die aber genauso stark auf hochwertige Produkte setzt – in einem sehr angenehmen, stilvollen Ambiente.

Zweiter Tag
Den zweiten Tag haben wir damit verbracht, einige der bekanntesten Dörfer und Orte der Cotswolds zu erkunden, angefangen mit Chipping Campden.
Es ist eines der elegantesten Dörfer der Region, mit einer sehr angenehmen Hauptstraße, die sich perfekt zum Spazieren eignet. Ein Besuch der St James' Church ist absolut empfehlenswert, besonders wegen ihrer wunderschönen Glasfenster. Besonders ins Auge fallen die Kniebänke, alle unterschiedlich bestickt – vermutlich von Dorfbewohnern handgefertigt.


Von dort aus sind wir weiter in Richtung der Broadway Tower gefahren, einem Turm, der mitten in der Landschaft liegt und einen weiten, offenen Blick über die Cotswolds bietet.

Als kulturelle Referenz ist in dieser Region und generell in den Cotswolds die Figur von William Morris von großer Bedeutung. Er verbrachte lange Aufenthalte im Broadway Tower und gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Arts-and-Crafts-Bewegung, deren Ästhetik im britischen Design bis heute stark präsent ist. Tatsächlich erkennt man seinen Einfluss in vielen der Tapeten, die wir in unseren Restaurants über Morris & Co. verwenden.
Zum Mittagessen haben wir im The Bell Halt gemacht.

Am Nachmittag sind wir nach Stow-on-the-Wold gefahren, eines der schönsten und lebendigsten Dörfer der Region.
Dort sind wir auf mehrere typisch englische Läden gestoßen, die den Spaziergang besonders angenehm machen: eine Fudge-Laden, eine traditionelle britische Süßigkeit in unzähligen Geschmacksrichtungen, die mir sehr gut gefallen hat; ein weiterer Süßwarenladen mit klassischen alten Glasgefäßen; ein Antiquitätengeschäft voller Charme; eine spektakuläre Käserei, in der man am liebsten alles probieren möchte; und ein sehr unterhaltsamer Kleidungsladen mit originellen und besonderen Stücken.


Zum Abendessen sind wir ins The Fox at Oddington gegangen, ein kleines Hotel mit nur wenigen Zimmern und einem Restaurant, das sich wirklich lohnt. Der Ort hat außerdem viel Charme, mit einem Bereich ehemaliger, sehr schön restaurierter Stallungen, die wunderbar integriert sind und diesem rustikalen, aber zugleich gepflegten Look verleihen, der so typisch für die Cotswolds ist.

Das Essen ist sehr lecker und die Speisekarte ist ziemlich abwechslungsreich. Wenn man ein wenig von der typisch englischen Küche abweichen möchte, sind die Pizzen besonders gut, aber was uns am meisten überrascht hat, waren die Jakobsmuscheln – wirklich hervorragend zubereitet.


Dritter Tag
Am nächsten Tag starteten wir in Bibury, wahrscheinlich eines der bekanntesten und meistfotografierten Dörfer der gesamten Region – und sobald man ankommt, versteht man sofort, warum.
Sein berühmtester Ort ist Arlington Row, eine Reihe von Steinhäuschen aus dem 17. Jahrhundert, die zu einer der ikonischsten Ansichten der Cotswolds geworden ist. Es ist genau dieser Ort, den man unzählige Male auf Fotos gesehen hat… der aber in echt noch schöner wirkt.


Danach sind wir im THE PIG essen gegangen, was einer der Orte war, der mir während der gesamten Reise am besten gefallen hat – vor allem wegen des Gesamterlebnisses. Es hat einen der spektakulärsten Gärten, die ich je gesehen habe, mit einem Gemüsegarten und Hühnern, die vollständig integriert sind. Alles ist unglaublich gepflegt und wirklich wunderschön.


Am Nachmittag sind wir nach Cirencester gefahren, einer deutlich größeren Ortschaft als die übrigen Dörfer der Gegend, mit wesentlich mehr Geschäften.

Ich fand, dass der Ort weniger Charme hatte als andere Stationen der Reise, obwohl die Kathedrale sehr schön ist und mir vor allem ihre Fassade gefallen hat – sehr imposant und sehr englisch.

Zum Abschluss des Tages haben wir im The Wild Duck übernachtet, einem neuen Hotel, das erst vor Kurzem eröffnet wurde. Es handelt sich um einen restaurierten Pub aus dem 16. Jahrhundert, in dem jedes Zimmer unterschiedlich eingerichtet ist. Alle sind sehr schön und bis ins Detail gepflegt. Außerdem gibt es eine sehr angenehme Außenterrasse. Ich kann euch absolut empfehlen, dort zum Mittag- oder Abendessen hinzugehen, das Essen ist sehr gut, und sonntags gibt es außerdem einen Sonntagsbraten, der besonders lohnenswert ist.

Vierter Tag
Ein kleines Dorf, das mir sehr gefallen hat, war Tetbury, weil es voller kleiner Antiquitäten- und Dekorationsläden ist. Es ist einer dieser Orte, in denen man am liebsten in jedes Geschäft hineingehen und sich eine Weile beim Stöbern verlieren möchte.
Ganz in der Nähe befindet sich Highgrove House and Gardens mit spektakulären Gärten, die zu bestimmten Jahreszeiten besichtigt werden können.

In dieser Gegend sind wir zufällig auf eine Antiquitätenmesse in einer englischen Schule gestoßen. Abgesehen von der Messe selbst war das Beeindruckendste das Gebäude: eine Schule, untergebracht in dem, was wie ein altes Herrenhaus wirkte – sehr typisch für den englischen Stil, fast wie diese großen Landsitze, die an britische Serien erinnern.

Zum Mittagessen sind wir ins The Double Red Duke gegangen, das zu meinen Favoriten gehört. Sehr gutes Essen (als Empfehlung: ihr solltet unbedingt die „Roasts“ probieren, also die Braten), und ein sehr angenehmer Ort für einen Zwischenstopp in der Gegend.

Am Nachmittag sind wir in den Zoo gegangen, der wirklich bezaubernd ist und absolut empfehlenswert, wenn man mit Kindern unterwegs ist.


Bevor wir die Reise beendet haben, sind wir noch zu Thyme gefahren, einem sehr schönen Hotel, das ich unbedingt sehen wollte. Die Einrichtung ist sehr liebevoll gestaltet und das gastronomische Konzept ist etwas anspruchsvoller, aber ebenfalls sehr gut. Außerdem gibt es ganz in der Nähe noch ein weiteres, eher familienorientiertes Hotel.

Auch wenn dies nur ein kleiner Guide ist, gibt es noch unzählige Orte zu entdecken. Mir hat diese Gegend unglaublich gut gefallen und ich freue mich schon sehr darauf, zurückzukehren.
